Donnerstag, 13 Dezember 2018

Millionenbetrug

Sechs Jahre Haft für Helge Achenbach

von PROSPERIA-LAURINA-REDAKTEUR  Ernst Reuter Finanzen Dienstag, 17 März 2015 21:39
Helge Achenbach - Der Kunstanstifter - Vom Sammeln und Jagen Helge Achenbach - Der Kunstanstifter - Vom Sammeln und Jagen
Buch: Von Helge Achenbach, Gestaltung von Regina Rebele | ISBN 978-3-7757-3676-3

Essen - Das Urteil im Betrugsprozess gegen den Kunstberater Helge Achenbach ist gefallen. Der 62-Jährige ist schuldig gesprochen worden, reiche Kunden beim Kauf von Kunstwerken über den Tisch gezogen zu haben. Das Landgericht Essen verurteilte ihn zu sechs Jahren Haft.

Achenbach selbst hatte ein Geständnis abgelegt: Er habe seine Kunden um Millionen betrogen, indem er heimlich Preise aufschlug und gefälschte Rechnungen vorlegte. Die Geschädigten waren der vor drei Jahren verstorbene Aldi-Erbe Berthold Albrecht und der Pharma-Unternehmer Christian Boehringer. Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft gefordert. Auch sein ehemaliger Geschäftspartner war mitangeklagt. Er erhielt eine Bewährungsstrafe.

 

Achenbach sitzt bereits seit Juni 2014 in Untersuchungshaft. Die Firmen- und Restaurantkette des einst weltweit angesehenen Kunstexperten mussten inzwischen Insolvenz anmelden. Seine private Kunstsammlung soll demnächst versteigert werden.

 

In einem Zivilprozess war Achenbach vor dem Landgericht Düsseldorf bereits Ende Januar zu einer Strafe von 19,4 Millionen Euro Schadenersatz an die Albrecht-Erben verurteilt worden. Die Witwe von Berthold Albrecht, Babette Albrecht, hatte für ihre Kinder geklagt. Die Staatsanwaltschaft bezifferte den Schaden auf über 23 Millionen Euro. Bei 14 Bildern, etwa Fotografien von Andreas Gursky, Skulpturen von Donald Judd oder Gemälde von Gerhard Richter, und neun Oldtimern habe Achenbach weit mehr als die vertraglich vereinbarten drei bis fünf Prozent Provision abgerechnet. In 33 Fällen warf man ihm vor, Belege gefälscht zu haben. Insgesamt sah es das Gericht in 18 Fällen als erwiesen an, dass Achenbach seinen vermögenden Kunden betrogen hatte, so der Richter Johannes Hidding. Achenbach hatte das Urteil jedoch angefochten und behauptet, der Preisaufschlag sei bei den Fahrzeugen mit dem Millionär abgesprochen gewesen.

 

Achenbachs Frau Dorothee versucht unterdessen vor Gericht einen Teil des gepfändeten Vermögens zurückzufordern. Die Albrechts hatten nämlich Achenbachs Privatbesitz pfänden lassen um ihre Schadenersatzansprüche sicherzustellen. Nun behauptet die Frau des Kunstexperten, ein Teil dieser eingezogenen Kunstgegenstände gehören ihr, unter anderem Bilder der Künstler Günther Uecker und Thomas Schönauer.

 

Vor dem Landgericht Düsseldorf klagt sie deshalb gegen die Kinder des verstorbenen Aldi-Erben. Unter anderem sollen die Ehefrau Ueckers und der Galerist Hans Mayer als Zeugen in dem Fall gehört werden.

Hinterlasse einen Kommentar

 

 Anzeige

 Anzeige