Dienstag, 19 März 2019

Freiheitliche in Südtirol mit erstaunlich guten Umfragewerten

von PROSPERIA-LAURINA-REDAKTEUR  Prosperia Laurina Politik Freitag, 15 Februar 2013 15:54
Freiheitliche in Südtirol mit erstaunlich guten Umfragewerten
Parteilogo der Freiheitlichen in Südtirol

Bozen - 2013 wird in Südtirol ein neuer Landtag gewählt. Es zeichnet sich ab, dass die langjährig bestimmende Sammlungsbewegung Südtiroler Volkspartei (SVP) erstmals nicht mehr aus eigener Kraft die Regierung wird stellen können. Dagegen sind die Freiheitlichen in Südtirol um Klubobmann Pius Leitner im Kommen.

Gemäß einer Umfrage des Marktforschungsinstituts “market”, die im Auftrag der Südtiroler Tageszeitung “Dolomiten” durchgeführt wurde, stürzt die SVP womöglich von bei den Landtagswahlen 2008 erreichten 48,1 Prozent auf 38 Prozent ab. Dagegen legen die Freiheitlichen in Südtirol von zuletzt 14,3 Prozent auf satte 24 Prozentpunkte zu. Und diese Zahlen wurden bereits bereinigt, denn tatsächlich sollen zumindest in einer Momentaufnahme die Freiheitlichen noch weitaus stärker sein und die SVP in einer aktuellen Stimmungslage nur knapp noch bei über 30 Prozent liegen.

Zudem haben es die Freiheitlichen geschafft, bei den Wählern unter 50 Jahren die SVP zu überholen. Nur noch bei der Wählergruppe im Alter von 50 Jahren oder älter kann die SVP gegenüber den Blauen noch einen deutlichen Vorsprung halten. Differenziert man auch noch das Umfrageergebnis zwischen deutschsprachigen und ladinischen Wählern gegenüber einer zuletzt weiterhin abnehmenden Anzahl italienischer Muttersprachler, wird das Ausmaß des Erfolgs von Pius Leitner und Ulli Mair mit den Freiheitlichen erdrutschartig. Die gemäßigt rechte Partei der Freiheitlichen hat enorme Aufmerksamkeit auf sich gelenkt mit dem Bestreben, Südtirol von Italien zu trennen und einen Südtiroler Freistaat auszurufen. Im Wipptal, Vinschgau, Eisacktal oder Pustertal gäbe es für eine solche Sezession heute schon eine Mehrheit.

Allein in der Landeshauptstadt Bozen können die italienischen Parteien noch ordentlich Zuspruch finden. So käme die sozialdemokratische PD auf ein 10 Prozent-Ergebnis bei den Landtagswahlen (in Bozen sind es 19%), die PDL auf 4 Prozent (in Bozen 3%), die Scelta Civica con Monti des italienischen Regierungschefs Mario Monti auf gerade mal 3 Prozent (in Bozen 3%) und die Lega Nord auf 2 Prozenpunkte Wählerzuspruch (in Bozen 2%).

Auch die Südtiroler Grünen dürften bei den Lantagswahlen gemäß der aktuellen Zahlen gut zulegen. So kamen die Grünen 2008 noch auf 5,8 Prozent und werden nun mit 11 Prozentpunkten gehandelt.

Die Südtiroler Freiheit der extremen Rechten innerhalb der deutschsprachigen Bevölkerungsmehrheit in Südtirol würde wohl leicht von zuletzt 4,9 Prozent auf nun 4 Prozent fallen. Doch bei den Wählern von 18 bis 29 Jahren findet die Südtiroler Freiheit einen landesweiten Zuspruch von 9 Prozent.

Der SVP droht 2013 nun der Absturz im Landtag. Die Nerven liegen bei der Volkspartei blank. Auch ein sogenannter “Stahlpakt” der SVP mit der italienischen PD sorgt für Unruhe. Die SVP-Senatorin Helga Thaler-Außerhofer versteht nicht, wie sich eine Südtiroler Sammlungsbewegung wie die SVP nun aus wahltaktischen Gründen italienweit mit der sozialdemokratischen PD verbündet. Die SVP müsse für Südtirol sprechen und über die Autonomie wachen. Als Stimmenhilfe für italienweite Entscheidungen sei die SVP überfordert. Auch verprelle man eher rechte Wähler, die früher auch zur SVP fanden, in Richtung anderer Parteien, wenn man sich der PD andiene. Wörtlich sagte Helga Thaler Außerhofer: “Die SVP ist auf den PD-Zug aufgesprungen. Hoffen wir, dass er nicht entgleist.”

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