Freitag, 18 Januar 2019

Hommage an die Heilige Allianz

In Wien trafen sich russische und westeuropäische Rechtspolitiker

von PROSPERIA-LAURINA-REDAKTEUR  Jens Hastreiter Politik Donnerstag, 05 Juni 2014 05:18
In Wien trafen sich russische und westeuropäische Rechtspolitiker
Bild: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

Wien - Eine Meldung mit anti-russischem Grusel-Effekt: Am letzten Samstag trafen sich im Wiener Stadtpalais des Fürsten Liechtenstein Rechtspolitiker und christliche „Fundamentalisten“ aus Rußland und dem Westen zu einem exklusiven Arbeitstreffen. Dabei ging es um eine künftige politische Kooperation, aber auch um Fragen der grundsätzlichen ideologischen Ausrichtung.

Offizielles Thema war der Wiener Kongreß, der vor genau 200 Jahren mit der Gründung der „Heiligen Allianz” dem Kontinent „ein Jahrhundert der relativen Ruhe und des geopolitischen Gleichgewichts” gebracht habe, wie es in der Einladung hieß. Auch heute, darin waren sich die Teilnehmer einig, stünden Europäer und Christen vor historischen und geopolitischen Herausforderungen, die es notwendig machten, „den Geist der Heiligen Allianz aufleben zu lassen”.   Gastgeber der Wiener Tagung waren der russische Oligarch Konstantin Malofeew und seine Stiftung Sankt Basilius der Große. Malofeew moderierte die Veranstaltung auch. Weitere Gäste aus Rußland waren der spiritus rector der „Eurasischen Bewegung“, der Publizist und zeitweilige Kreml-Berater Alexander Dugin, sowie der in Rußland sehr bekannte Maler Ilja Glasunow. Aus Frankreich kamen die Abgeordneten des Front National (FN) Marion Maréchal-Le Pen und der Historiker Aymeric Chauprade. Aus Spanien war Prinz Sixtus Henri von Bourbon-Parma zugegen, der als führender Kopf der katholisch-monarchistischen Carlisten-Bewegung gilt, aus der Schweiz Serge de Pahlen, Direktor eines Genfer Finanzunternehmens und Ehemann der Fiat-Erbin Margherita Agnelli de Pahlen.

Aus Österreich nahmen der Vorsitzende der FPÖ, Heinz-Christian Strache, sein Parteivize Johann Gudenus und der Wiener FPÖ-Politiker Johann Herzog teil, aus Bulgarien der Vorsitzende und Gründer der Partei „Ataka“, Wolen Siderow, darüber hinaus inländerfreundliche Politiker aus Kroatien, Adelige aus Georgien und Russland sowie ein katholischer Priester.

Stargast der Versammlung war Alexander Dugin, 56jähriger Publizist aus Moskau, Mitbegründer der Nationalbolschewistischen Partei und Vordenker der „Eurasischen Bewegung“. Dugin vertritt seit langem die Idee eines europäisch-asiatisches Bündnisses unter russischer Führung. In einer Fernsehansprache im April schlug er vor, Europa auf friedlichem Weg zu einem russischen Protektorat zu machen und es damit vor Dekadenz und Niedergang zu schützen: „Wir müssen Europa erobern und anschließen.” Fest stehe, so Dugin, „dass uns eine prorussische fünfte Kolonne in Europa unterstützt. Das sind europäische Intellektuelle, die ihre Identität stärken wollen.”   Der 39jährige Gastgeber Konstantin Malofeew kam als Investmentbanker zu seinem Vermögen. Er gründete einen Wohltätigkeitsfonds zur Unterstützung von Spitälern, Schulen und der orthodoxen Kirche. Wichtig ist ihm dabei stets die Vermittlung traditionell russisch-christlicher Werte. In einem Porträt der „Financial Times” wird er als „moderner Rasputin” bezeichnet, der über einen befreundeten Mönch direkten Zugang zu Präsident Putin habe. Medien verdächtigen Malofeew , die prorussischen Separatisten in der Ostukraine zu finanzieren.

Kontakte zwischen dem Putin-Lager in Rußland und rechtsorientierten Gruppierungen in Westeuropa sorgten in den letzten Monaten immer wieder für Gesprächsstoff. In Frankreich nahm die Vorsitzende des Front National, Marine Le Pen, unmittelbar nach ihrem Triumph bei der Europawahl am 25. Mai den Gesprächsfaden auf und verlieh ihrer Sympathie für den russischen Präsidenten Putin in mehreren Interviews Ausdruck.

Es war deshalb auch keine Überraschung, dass an dem Treffen in Wien auch FN-Vertreter teilnahmen. Der 45jährige Aymeric Chauprade, frischgewählter EU-Abgeordneter und Historiker, gilt als intellektueller Gegenpart Dugins. Chauprade vertritt die Idee eines Europas der Nationen mit starker Anlehnung an Russland. Die 24jährige Marion Maréchal-Le Pen wiederum, Enkelin des Parteigründers und Nichte von Marine Le Pen,  mahnte, die Jugend nicht zu vergessen. Auch ein „Marsch des Lebens” durch Europa wurde vorgeschlagen. Hierfür solle die Unterstützung des Vatikan mobilisiert werden. Ein Folgetreffen soll im Januar stattfinden, dem  Vernehmen nach in Moskau.

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