Freitag, 18 Januar 2019

"Diese Leute zeigen keinerlei Toleranz“

Schweizer SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi kritisiert Schwule und „Conchita Wurst“

von PROSPERIA-LAURINA-REDAKTEUR  Jens Hastreiter Politik Dienstag, 17 Juni 2014 21:38
Schweizer SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi kritisiert Schwule und „Conchita Wurst“
Quelle: www.svp.ch

Zürich - Auch in der liberalen Schweiz gibt es Kritik an der öffentlichen Zurschaustellung und Propagierung schwullesbischer Lebensweisen. Heftigen Gegenwind bekommt jetzt der Züricher Nationalrat Toni Bortoluzzi von der Schweizerischen Volkspartei. (SVP) nach schwulenkritischen Äußerungen zu spüren.

Bortoluzzi hatte in einem Interview mit dem „Sonntagsblick“ erklärt, Homosexualität sei „eine Neigung, die nicht dem Erhalt der Menschen dient”. Homosexuelle sollten deshalb keine Familie bilden. Der Christopher-Street-Day löse bei ihm „Kopfschütteln” aus, sagte Bortoluzzi. „Heteros zeigen ihre Neigung ja nicht mit füdliblutten oder halbnackten Körpern”.

 

Er kritisiert weiter die diesjährige Eurovision-Gewinnerin „Conchita Wurst“. „Conchita Wurst ist ein Teil der hochgejubelten gesellschaftlichen Fehlentwicklung, die ich anprangere.” Und: „Er oder sie steht für gesellschaftliche Dekadenz. Solche Leute zeigen keinerlei Toleranz, wenn ich etwas öffentlich sage, was ihnen nicht passt.”

 

Seine Äußerung, Schwule hätten einen „verkehrten Hirnlappen” sei „zugegeben etwas salopp gewesen”, sagt Bortoluzzi. „Zumal der Grund nicht neurologisch, sondern – wie mir ein Arzt verriet – genetisch ist.”

 

Persönlich habe er nichts gegen Homosexuelle. „Zwei meiner besten Freunde waren schwul. Sie sind tot, auch wegen ihrer Neigung.” Zudem kritisiert Bortoluzzi auch Personen, die oft ihre Partner wechseln. „Es ist ein Ausdruck, oberflächlich und gleichgültig zu leben.”

 

Erst dieser Tage hatte Bortoluzzi bereits mit schwulenkritischen Aussagen gegenüber dem „Beobachter” für Schlagzeilen gesorgt. Die Schwulenorganisation Pink Cross will nun eine Strafklage wegen Diskriminierung einleiten – sofern sich Bortoluzzi nicht entschuldige. Auch schwule SVP-Parteikollegen kritisieren Bortoluzzi. Und am Wochenende organisierten Schwulenverbände sogar eine Demonstration gegen ihn.

 

Hintergrund der Äußerungen des Nationalrats ist die vom Schweizer Bundesrat geplante Reform des Familienrechts. Bis Ende des Jahres soll ein Bericht aufzeigen, wie sich das aktuelle Familienrecht an die gesellschaftliche Realität anpassen läßt. Der Status quo geht dabei von der traditionellen bürgerliche Kleinfamilie mit – männlichen und weiblichen – Eltern sowie Nachwuchs aus.

 

Am 24. Juni findet zudem eine vom Bundesamt für Justiz organisierte Konferenz statt, auf der verschiedene Gutachten diskutiert werden, die der Bund in Auftrag gegeben hat. Darunter ist auch jenes der Basler Privatrechtsprofessorin Ingeborg Schwenzer. Diese fordert unter anderem, dass keine Familienform alternativen Lebensentwürfen gegenüber besser gestellt werden darf. Die Ehe solle ihren Sonderstatus verlieren. Weiter schlägt sie vor, dass auch Homosexuelle künftig heiraten dürfen. Das Inzestverbot sowie das Verbot polygamer Ehen sei kritisch zu hinterfragen.

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