Freitag, 18 Januar 2019

Landtagswahl in Südtirol 2013

SVP verliert absolute Mehrheit - Freiheitliche, Südtiroler Freiheit und Grüne Wahlsieger!

von PROSPERIA-LAURINA-REDAKTEUR  Leif Koehnekamp Politik Donnerstag, 31 Oktober 2013 12:16
Ulli Mair (Obfrau der Freiheitlichen), Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider, Pius Leitner (Obmann der Freiheitlichen im Südtiroler Landtag) Ulli Mair (Obfrau der Freiheitlichen), Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider, Pius Leitner (Obmann der Freiheitlichen im Südtiroler Landtag)

Bozen - Bei der Landtagswahl in Südtirol verlor die Südtiroler Volkspartei (SVP) die absolute Mehrheit der Mandate im Landtag und kann sich fortan nur noch auf 17 der 35 Sitze stützen. Der scheidende Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP) hat sich unterdessen überrascht über das Abschneiden der Freiheitlichen um Ulli Mair und Pius Leitner gezeigt, die wieder zweitstärkste Kraft wurden und numehr 6 Mandate auf sich vereinigen - beinahe wären es sogar 7 geworden.

Nach dem vorläufigen Endergebnis kam die SVP auf 45,7 Prozent (minus 2,4 Prozentpunkte). Die Freiheitlichen kamen auf 17,9 Prozent zu (2008: 14,3 Prozent/6 Mandate) und bauten damit ihre Position als zweitstärkste Kraft im Landtag aus. Die Grünen kamen auf 8,7 Prozent (2008: 5,8 Prozent/3 Mandate). Die Süd-Tiroler Freiheit um Sven Knoll erreichte 7,2 Prozent (2008: 4,9 Prozent/3 Mandate). Der SVP-Koalitionspartner PD (Sozialdemokraten) erreichte 6,7 Prozent (2008: sechs Prozent/2 Mandate).

 

Die italienischen Mitte-Rechts-Parteien, die getrennt kandidiert hatten, verloren gegenüber 2008 entscheidend. Die italienische Volksgruppe dürfte im neuen Landtag nur noch mit fünf Abgeordneten vertreten sein und damit nur noch ein Regierungsmitglied stellen.

 

Die Wahl bedeutet auch ein Ende der Ära von Landeshauptmann Luis Durnwalder (SVP), der nach 24 Jahren nicht mehr kandidiert hatte. Sein Nachfolger wird aller Voraussicht nach der 42-jährige Bürgermeister Arno Kompatscher, der für die SVP als Spitzenkandidat ins Rennen gegangen war, nachdem Luis Durnwalder viele mögliche Nachfolger verschlissen hatte.

 

Luis Durnwalder (SVP) zeigte sich verwundert über das starke Abschneiden der Freiheitlichen. Damit habe er nicht gerechnet, meinte Durnwalder vor Journalisten in Bozen. Dass seine Partei die SVP die absolute Mandatsmehrheit verlor und in Zukunft 17 der 35 Sitze stellen wird, sei zu respektieren. "In der heutigen Zeit ist es schwierig, absolute Mehrheiten zu halten", sagte Luis Durnwalder.

 

Freiheitlichen-Spitzenkandidat Pius Leitner zeigte sich enttäuscht, dass die SVP nicht mehr verloren habe. Angesichts des Skandals rund um den Landesenergieversorger SEL zweifle er am Demokratieverständnis, das Wahlergebnis sei aber zu respektieren. Er hoffe, dass die SVP nicht automatisch mit dem PD eine Regierung bilde. Von seiner Seite sei das letzte Wort über eine Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen noch nicht gesprochen. Der Grüne LAbg. Hans Heiss meinte, die Talsohle für seine Gruppierung sei durchschritten. Die SVP habe wegen der jüngsten Skandale Stimmen eingebüßt, die Unzufriedenheit der Wähler sei groß.

 

Der Spitzenkandidat der "Süd-Tiroler Freiheit" Sven Knoll betonte, bei der Wahl seien jene Kräfte gestärkt worden, die sich für eine "Abspaltung von Italien" aussprechen würden.

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